Yukon Territory

Das kleine Städtchen Dawson Creek. Man erwartet, außer einer Schweizer Bäckerei, nicht viel Spektakuläres. Aber falsch gedacht, in dem kleinen Städtchen steht – Mile Zero – Hier fängt der berühmte Highway an, über den es die abenteuerlichsten Geschichten gibt. Der erste und bis heute auch der einzige direkte Highway nach Alaska hoch. Und so bekam er auch seinen Namen… der 1500 Meilen lange Alaska Highway.

Millionen von Schildern, in verschiedenen Farben, Größen, Formen, aus fernen Ländern von den unterschiedlichsten Menschen mit den unterschiedlichsten Botschaften. Das Zusammentreffen findet man nur einmal auf dieser Welt und zwar im Schilderwald von Watson Lake. Schilder mit Liebeserklärungen, Ortsschilder, Autokennzeichen, Wegweiser, Warnschildern, Namensschilder und vieles mehr. Die Reisenden die hier vorbeikommen, hinterlassen ihren „Fußabdruck“.

Der Highway weiter Richtung Whitehorse kommt uns eher wie eine Safari vor. Nach etlichen Wendemanövern und Vollbremsungen, haben wir eine erstaunliche Vielzahl an Wildtieren gesehen. Nach 25 Bären haben wir aufgehört zu zählen, eine Bärenmami mit ihren drei Jungen, einen Luchs, Karibus, einen Elch, Kojoten, Bisons die auf der Strasse verweilen und sich auch durch keinen heranbrausenden LKW stören lassen, Rehe, Bergziegen, Hasen und tausende von selbstmordgefährdeten Eichhörnchen die über den Highway stürzen.


Dawson City, die sagenumwobene Stadt, die sich am Yukon nahe der Grenze zu Alaska angesiedelt hat. Einst nur von Trapper genutzter Treffpunkt, explodierte die Stadt förmlich, als der berühmte Goldrausch began. Ausgelöst wurde das Großspektakel von zwei Männern, die auf einer Elchjagd ein paar Goldnuggets in einem Fluss gefunden haben und so reich, richtig reich wurden. Zurück in ihrer Heimat, berichteten sie von Flüssen, in denen die Nuggets liegen und man diese nur aufsammeln muss. Das Gold liegt einem dort, sozusagen zu Füssen. Die Menschen die zu dieser Zeit mit der Wirtschaftskriese bangten, nahmen diese Nachricht gierig auf. Der Weg zum Glück, der Weg zu Reichtum, der Weg zum Gold, der Weg hoch nach Dawsen City war jedoch alles andere als ein Spaziergang. Die Winter sind hart und lang, die Sommer dafür kurz und nicht allzu warm und so ließen etliche Menschen ihr Leben. Einige wenige hatten Glück, fanden Gold, haben es nicht im Casino verzockt oder versoffen und wurden Reich, die meisten jedoch kehrten ärmer in die Heimat zurück, als das sie aufgebrochen waren. Noch heute ist Dawson City eine Goldgräberstadt. Rund 70% der Einwohner schürfen Gold an den Claims. Die Spuren von damals, wie auch von heute prägen die Landschaft. Riesige Kieshaufen die von Schwimmbaggern umgewälzt wurden und Berge die halbiert werden. Die Häuser, die Strassen, die kleinen Cafes es hat sich kaum etwas verändert, seit dem Boom. Auch die Casinos und die Saloons sind noch in betrieb. Entertainment wird durch die Tanzshows geboten. Neben dem Zocken im Casino gibt es für die mutigen und eckelfreien einen besonderen Shot. Die Legende umschreibt einen Goldgräber, der seinen gefrorenen Zehen abgeschnitten und in Schnaps eingelegt hatte. Lange Worte kurzer Sinn… ein Shot mit einem echten ab gefrorenen Zeh eines Goldgräbers. Beim Trinken muss der Zeh die Lippen berühren. In Dawson City gibt es viele sonderbare Dinge und Rituale die einen in ihren Bann ziehen. Auch muss man sich damit abfinden, dass auf dem Heimweg Nachts um 2 noch immer keine Straßenlaternen leuchten, da es nicht mal angefangen hat zu Dämmern.
Nicht nur eine dicke Staubschicht liegt über der Stadt. Neben vielen Mythen und Legenden, Helden und Versagern, ist auch ein seltsames Gefühl der Gier. Die Gier nach Gold die bleibt!

Um dem Trubel der Stadt zu gekommen, gibt es einige schöne Wanderungen entlang dem Fluss und auf den „Hausberg“ von Dawson. Von der Bergspitze der den Namen Dome trägt, hat man eine wunderbare Aussicht auf die Umgebung, die Stadt und das Tal des Yukon Rivers. Beim Abstieg hatten wir dann noch eine Begegnung der besonderen Art. Als wir über einen kleinen Hügel liefen, stand plötzlich ein Schwarzbär vor uns. Mit pochendem Herzen blieben wir wie in Schock starre stehen. Es schien, als könnten wir die Hand ausstrecken und den Bären berühren. Zum Glück war der Bär genau so verdutz wie wir und suchte sofort das Weite.
Entzieht man sich dem Rausch des Goldes, kann man mit einer Fähren über den mächtigen Yukon übersetzen. Auf der anderen Seite des Flusses führt ein wunderschöner Highway auf den Bergkämmen zur Grenze Alaskas. Schnell wird klar woher dieser seinen Namen hat – Top of the world Highway.


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