Utah, Colorado, Arizona

Nach dem wir aus dem Schnee geflüchtet sind, kamen wir bei Salt Lake City endlich in die Wärme. Nichts ahnend fuhren wir durch die Stadt und schmunzelten, als wir einen Sturmtruppler an der Ampel stehen sahen. Eine Strasse weiter lief auf dem Gehweg Xenia und Schneewittchen, ok nun waren wir doch etwas verwundert. Die Amerikaner sind schon ab und an sonderbar aber gleich so? An der großen Stadthalle lüftete sich dann das Geheimnis der Filmfiguren. Es ist Comicon und in Salt Lake City laufen mehr Menschen verkleidet als unverkleidet rum. David und ich fallen fast schon negativ auf. Mit einem Kaffee setzen wir uns auf eine Mauer und schauen uns das Spektakel eine Weile an. Am späten Nachmittag fahren wir auf dem Highway Richtung Lake Bonneville, den sagen umwogenden See von dem die Stadt ihren Namen hat. Die Fahrt zieht sich, kaum zu glauben das man zwei Stunden nur geradeaus fahren kann. Zwei Stunden ohne Kurve, Kreuzung, Ampel oder Dorf. Der Salzsee entpuppt sich wirklich als See. Dort wo die weiße Salzkruste in der Hitze flimmern sollte, ist nun flaches Wasser. So flach und glatt, dass sich die Umgebung wie in einem Spiegel spiegelt.

Moab ist der Ausgangspunkt der drei wunderschönen und atemberaubenden Nationalparks. In der Wüste kurz vor Moab haben wir unser Lager für ein paar Tage aufgeschlagen. Von hier aus kamen wir fix zu den jeweiligen Parks. Der Arches Nationalpark ist der berühmteste, somit waren hier auch die meisten Besucher anzutreffen. Schon früh Morgens als der Park öffnete, standen wir bereits in den Startlöchern unserer Entdeckungstour. Wir hatten mal wieder ein Straffes Programm, wir wollten schließlich alles sehen. Auch hier konnten wir den Massen durch die Wanderungen zu den verschiedenen Arches entkommen. Glücklicherweise möchten und können viele Parkbesucher nicht auf die Wanderwege. Die roten Sandsteinbögen vor dem quitsch blauem Himmel waren einmalig und sahen beinahe schon kitschig aus. Der Canyonland Nationalpark ist in zwei Bereiche unterteilt. Island in the Sky und Needles, beide so unterschiedlich und doch eins. Island in the Sky prunkt mit riesigen Tafelbergen und spannenden Wanderungen durch Schluchten und Felsspalten auf. Needels besticht mit den lustigen Steinformationen die stark an Pilze erinnern und der Sandwüste. In den beiden Nationalparks wird man mit den Highlights erst nach einer Wanderung belohnt, somit ist der Ansturm der Touristen nicht so groß und wir haben den Park glücklicherweise fast für uns alleine. Die Touren waren der absolute Hammer!

Mesa Verde Nationalpark hüllt sich in Mysterien. Die verschiedenen Indianerstämme schafften sich 1300 vor Chr. eine eigene Zivilisation. Sie bauten Klippenwohnungen in die Felsen, die nur kletternd erreicht werden konnten. Ein Bau-Meisterwerk der damalige Zeit. Die Indianer bauten die Felswohnungen, um oben auf dem Gipfel möglichst viel Platz für die Landwirtschaft zu haben. Wo jetzt Wildpferde über die Wiesen galoppieren, war damals ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem für die Landwirtschaft (Drylandfarming). Die Indianer müssen wohl in Saus und Braus gelebt haben, denn die Wissenschaftler vermuten das die Indianer ihre eigenen Ressourcen überstrapazierten und somit ausziehen mussten.

Schon vom Highway können wir sie sehen. Rotes Gestein ragt in kleinen und auch grösseren Türmchen am Horizont. Der Hauptdarsteller in jedem Cowboyfilm. Die Rede ist von den berühmten Monument Valley. Blättert man durch eine Brochure für eine USA Reise, so findet man zu 100% auch ein Bild von den roten Felsen in der Wüste.

Grand Canyon, jeder kennt ihn und jeder weiß wie groß er ist. Der Colorado River hat sich über Millionen von Jahren tief in die Erde gefressen und den gigantischen Canyon hinterlassen. Wie groß er wirklich ist, wurde uns erst nach einer 20 Kilometer Wanderung runter ins Tal, an den Fuß des Grand Canyon, so richtig bewusst. Der schmale Weg führt an den Felswänden steil bergab. Schon beim Hinweg erinnerte uns jeder Schritt hinab, an den Rückweg. Den alles was wir so locker an Strecke hinab zurücklegen, müssen wir schließlich auch wieder rauf. Tja und so war es dann auch, in der prallen Sonne gnadenlos den schmalen Weg steil bergauf. Mauleselkolonnen mit waschechten Cowboys überholten und hinterließen uns in einer Staubwolke. Der Wind, der Gott sei Dank an diesem Tag durch den Canyon fegte und uns etwas Abkühlung verschaffte, versuchte uns ab und an die Caps zu klauen. Eine starke Böe und flup schon war meine Mütze fortgeweht. Todesmutig kletterte David eine Felswand runter, um mir meine Mütze wieder zu holen. Durch die Wanderung konnten wir den Touristenmassen oben am Rande des Grand Canyon entgehen. Leider passen die Tiefe, die Farben, die Weite, einfach den Eindruck den der Grand Canyon hinterlässt nicht in ein kleines Foto.

Endlich mal eine Sehenswürdigkeit bei der, der Name auch passt. Horse Shoe Bend, hier schlängelt sich der Colorado River durch die Landschaft. Er hinterlässt einen Canyon in Form eines Hufeisens.

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Der Bryce Canyon ist eigentlich gar kein richtiger Canyon. Die Landschaft ist geprägt von spitzen, schmalen rot, weißen Türmen, die über alle aus der Erde sprießen. Die unterschiedlichsten Steinformationen sind zu entdecken. Mit viel Fantasie sieht man die Wallstreet, Tors Hammer, Hochhäuser und verschiedene Tiere. Außer Tors Hammer haben wir aber nichts entdecken können 😀 Auch hier führen Wege wie ein Labyrinth durch den Park. Voller Tatendrang nahmen wir uns vor, am letzten Tag, den Sonnenaufgang anzusehen. Das Aufstehen um 5 Uhr war bitter kalt und stockdunkel. Als ich über die Autoscheibe wischte merkte ich, wie kalt es war… unser Auto war von innen gefroren. Den Sonnenaufgang haben wir auch fast verpasst, da uns zu allem Überfluss auch noch die Handbremse angefroren ist. Mit dampfende Kaffee haben wir dann doch noch die ersten wärmenden Sonnenstrahlen des Tages einfangen können.
Der Zion Canyon ist nur mit dem offiziellen Shuttel des Nationalparks zu erkunden. Die Wege führen auch nur zu einem sehr kleinen Teil in den Park, viel ist und bleibt der Natur. Die berühmteste Wanderung im Zion Canyon ist die Wanderung in den Narrows. Eigentlich gibt es gar keinen richtigen Weg, um nämlich an die Narrows zu gelangen und die engen Schluchten von nahem zu erleben, muss man nur dem Fluss folgen. Hört sich wie geschaffen für uns beide an und so starten wir voller Tatendrang früh morgens. Das der Weg aber in dem Fluss mehrere Meilen im 7 Grad kalten Wasser führt, das war uns nicht so richtig bewusst. Nach dem ersten Schock gewöhnen sich die Füsse an das kalte Wasser. Der Fluss hat etwas Strömung und an manchen Stellen wir er ziemlich tief. David und ich kämpfen uns den Fluss hinauf. Nach ein paar Kilometern spüren wir jedoch unsere Füsse nicht mehr und die Kälte schleicht sich langsam aber sicher in unsere Körper. Schlotternd machen wir wieder kehrt. Wir haben es nicht bis ans Ende der Narrows geschafft, ein Erlebnis war es alle mal, unsere Erste Wanderung IN einem Fluss.


4 Gedanken zu “Utah, Colorado, Arizona

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