Nevada, Californien

Die Stadt der Lichter, die Stadt des Spieles, die Stadt der Illusion. Mit Las Vegas wird so unglaublich viel verbunden. Jeder auf dieser Welt kennt sie, auch wenn er noch nie dort gewesen ist. Nach hunderte von Kilometern durch die heiße, karge Wüstenlandschaft können wir am Horizont die Skyline entdecken. Wir tauschen für ein paar Tage unser Klappbett gegen ein Kingsizebett direkt am Strip ein. Am Strip reiht sich Kasino an Kasino und jeder versucht die Aufmerksamkeit mit etwas besonderem auf sich zu ziehen. Vom Nachbau des Eiffelturmes, über die Skyline von New York, bis hin zu Venedig ist alles geboten. Doch erst wenn die brennende Sonne untergeht, zeigt Vegas sein wahres Gesicht. Hier wird es nie wirklich dunkel. Millionen von Lichtern in jeglichen Farben, blinkend, leuchtend, strahlend und glitzern um die Wette. Ich komme aus dem Staunen gar nicht mehr raus, so viele Lichter und so ein großes Spektakel habe ich noch nie gesehen. David kennt sich aus und so ziehen wir von Kasino zu Kasino und versuchen zögerlich unser Glück an den Spielautomaten. Unser Fazit nach ein paar Tagen… the Show must go on, die Stadt die niemals Schläft ist auf jeden Fall einen Besuch wert und sollte man mal in seinem Leben gesehen haben, reich sind wir leider nicht geworden 😀

Nach den Menschenmassen fahren wir durch Death Valley und erleben so das totale Gegenteil. Nichts und Niemand treibt sich hier rum. Aber die Dünnen in diesem Tal sind wunderschön.

Wir erreichen über den Osteingang den Yosemaite Nationalpark. Von einem Augenblick auf den nächsten kommen wir aus der kargen Wüstenlandschaft ins grüne Tal. Die Bergkette ist die natürliche Grenze zur Wüste, hier ist für die Regenwolken Endstation. Die steil emporragenden Berge sind atemberaubend. Ziel ist die Besteigung des berühmt berüchtigten Half Dome. Leider wird uns das aber verwehrt. Es dürfen jeden Tag nur eine Handvoll Menschen den Half Dome besteigen und das ist ein Lotteriespiel. Man muss sich in eine Liste eintragen und genau um 12.00 Uhr nachts werden die Glücklichen gezogen, tja wir waren nicht dabei und so machten wir uns auf den Weg den Nachbarberg zu bezwingen. Die Aussicht war unschlagbar und auch die Wanderung hatte es überraschenderweise in sich. Für jeden mit Höhenangst nicht gemacht aber für uns genau das Richtige, genau den Nervenkitzel haben wir gesucht.

Weiter geht es nach San Francisco, wo wir unseren neuen Reisegefährten Raphi vom Flughafen abholen. Eine Woche ist er mit uns zusammen die Westküste Amerikas runterfahren. Ein Roadtrip auf den wir uns lange gefreut haben. Am Pier 39 schauen wir drei eine Weile den Seelöwen zu, die sich in der Sonne räkeln und strecken und alles für ein gutes Fotomotiv geben. Selbstverständlich laufen wir dann auch die steile Strasse hinauf. Unsere Jeans sind zwar nicht zerrissen aber sonst erleben wir das „original San Francisco feeling“ als die Straßenbahn an uns vorbei saust. Im Zickzack geht es den Berg wieder runter Richtung Pier. Zum Mittagessen gibt es eine Suppe die in einem kompletten ausgehöhlten Laib Brot serviert wird, bevor wir uns zur obligatorischen Wanderung zur Golden Gate Bridge aufmachen. Die Waldbrände über San Francisco sind schon sehr nah an die Stadt ran gekommen. Der Himmel ist durch den dichten Rauch nicht zu sehen aber wir haben Glück und die Brücke zeigt sich trotzdem in ihrer vollen Pracht.

Die Küstenstraße die San Francisco und Los Angeles verbindet ist eine wunderschöne Strecke die mit Klippen und Buchten in denen die Wellen donnern auftrumpft. Ein Paradies für jeden Surfer. Das blau glitzernde Meer lädt zwar zum Baden ein doch nach etlichen Versuchen müssen sich David und Raphi eingestehen, dass das Wasser hier oben einfach noch viel zu kalt ist. Nur die Seeelefanten fühlen sich an den breiten Sandstränden und dem kühlem Pazifik wohl und kugeln am Strand hin und her.
Auf der Suche nach einem geeigneten Schlafplatz landen wir unverhoft am Pismobeach. Das ist der einzige Strand auf dem es noch erlaubt ist zu fahren und zu campen. Es ist bereits Dunkel aber wir tasten uns trotzdem langsam voran immer am Strand entlang im Sand. Der Strand gleicht eher einer Autobahn, so viel Verkehr herrscht hier. Und wie will man es auch anders erwarten, wir bleiben natürlich stecken und fahren uns im Sand fest. Kein vor und kein zurück mehr. Die beiden Jungs sind noch nicht mal richtig aus dem Auto ausgestiegen, schon stehen Helfer bereit, die uns aus dem Sand ziehen. Es scheint als hätten sie nur darauf gewartet das wieder ein Tourist stecken bleibt. Freudig erteilen sie uns noch Ratschläge und lassen die Luft aus unseren Reifen. Nach einer Weile finden auch wir unser Nachtlager. Erst am nächsten Morgen wird uns klar, wo wir hier überhaupt gelandet sind. Der komplette 10 Meilen Strand ist voll mit Off-Road-süchtigen Campern. In den Dünen dürfen die Amerikaner ihr Spielzeuge testen und bis aufs äußerste reizen. Und am Strand zeigen Jetskifahrer die halsbrecherischsten Kunststücke.


In Santa Barbara angekommen schlenderten wir an der Seepromenade entlang und erkundeten das Seefoodfestival das an diesem Wochenende statt fand. Da es zu dritt doch etwas eng in unserem roten Büsschen ist, zeltete Raphi ab und an sobald sich die Gelegenheit bot. So auch an diesem Abend. Was wir allerdings erst bei der Fahrt auf den Berg bemerkten, war das unser Schlafplatz diesmal mitten in einem Schutzgebiet für Klapperschlangen lag. Die Nacht hat er dann aber doch unbeschadet überstanden.
Weiter führte uns die Küstenstraße immer Richtung Süden. Beim Malibu beach legten wir einen kleinen Stopp ein und geniesten die Abkühlung im nun wärmeren Meer.
Den Nachmittag verbrachten wir in Los Angeles am Santa Monica Pier. Ein typischer Tag am Strand. Ein bisschen Sonne, ein bisschen Baden, ein bisschen Volleyball nur ein bisschen Schatten fehlte und so musste eine Mülltonne abhilfe schaffen. Es war vielleicht nicht gerade der Ort am Strand den wir uns normalerweise ausgesucht hätten aber er erfüllte seinen Zweck. Abends chillten wir am Pier und schauten der Sonne beim Untergehen zu. Am nächsten Morgen brannte die Sonne bereits in den Morgenstunden heiss und erbarmungslos vom Himmel. Am liebsten wären wir nochmals zum Strand aber wir hatten nur noch einen Tag um nach San Diego zu kommen. Der Rückflug von Raphi und unser Visa erlaubten uns nicht mehr all zu lange in Amerika. Und so zogen wir tapfer unser Seightseeing durch und fuhren zum Hollywood Schild auf den Berg, fuhren durch Beverli Hills an den Villen vorbei und liefen über den Walk of fame.
Die Grenzstadt San Diego ist schon sehr mexikanisch angehaucht. Für uns heisst es letzte Vorbereitunge für das kommende Abenteuer Mexiko zu treffen und uns von Raphi und der USA zu verabschieden.


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