Mazatlán bis Mexiko-City

Nach einer etwas schaukligen Nacht auf dem Boden der Fähre, kommen wir morgens in Mazatlán an. Unser Ziel ist ein Markt in Tepic und so lassen wir die Hafenstadt Mazatlán aus und düsen direkt die Küste runter. Nach dem leichten Mexikoeinstieg in Baja California werden wir mit dem Fahrstil des Festlands konfrontiert. In Tepic durch die Innenstadt zu fahren ist kein Sonntagsspaziergang. Mit viel Geduld und einigen Wendemanövern erreichen wir die Markthalle und decken uns für die nächsten Tage mit allerlei bunten und frischen Leckereien ein. Die Märkte mit den riesigen Obst und Gemüse Ständen habe ich in Baja California kläglich vermisst. Auf dem Festland angekommen ist die Freude umso grösser beim Anblick dieses Marktes. Hätte am liebsten alles eingekauft 🙂

Weiter ins Landesinnere führt uns der Weg nach Guanajuato. Die bezaubernde Stadt gehört zu den Unesco Kulturerbe und besticht mit ihren bunten Häusern und den kleinen Gassen. Schon bei der Anfahrt bin ich hin und weg und meine Nasenspitze klebt an der Fensterscheibe. Eigentlich sollte die Stadt nur ein kleiner Zwischenstopp werden aber wie immer kommt alles anders als man denkt und wir bleiben. Unser Campingplatz gleicht eher einem Parkplatz aber mit unglaublicher Aussicht. Kurzzeitig hatten wir schon die Befürchtung, dass unser Bus den kleinen und beinahe senkrechten Gassen nicht gewachsen sei. Wir haben es schlussendlich gemeistert 🙂 Wie auf einer Terrasse stehen unsere Camper, wir genießen das Abendessen sozusagen von der ersten Reihe aus. Es ist Samstagabend und nach einer Flasche Rotwein mit Pasta sollte noch nicht Schluss sein. Auf in die Altstadt, schnell finden wir uns im Getümmel wieder. Zu unserem Überraschen findet gerade ein Festival statt. Spezialgast ist José José, ein über 70 Jahre alter Herr, der mit seinen Hitz die spanischen Opernszene dominiert hat. José José konnte seine Hitz zwar nicht selbst performen, dafür haben die Fans die auch schon im höheren Alter waren, leidenschaftlich mitgesungen. Nach der Vorstellung gings dann weiter in Bars, Kneipen und an unser erstes Wohnzimmer-Salsa-Konzerten. Atemberaubendes Feeling in einer Wohnung im 2. Stock zu sitzen, der Band im Wohnzimmer zu lauschen, im Flur wird getanzt und aus der Küche kommen die Drinks. Eventuell auch ein Konzept für daheim. Am nächsten Tag erkunden wir bei strahlendem Sonnenschein die Stadt, die nun noch bunter ist, als am Abend zu vor. Tausend Farben leuchten um die Wette, die winzigen und verwinkelten Gassen und die Strassen mit Kopfsteinpflaster runden das Bild der Stadt perfekt ab. Zu Día de los Muertos gibt es eine Parade der Catrinas, die durch den Stadtpark zieht.

San Miguel de Allende, kleine Stadt mit großer Kirche und vor allem vielen Kirchen. Fast schon malerisch wirkt die Stadt mit ihren Bauten in den warmen Tönen gelb, braun und rot. Der Park im Zentrum lädt zum Verweilen ein. Von hier aus kann man super den Leuten beim Leben zusehen.

Mexico City gilt als die Sonne Mexikos. Viele Wege führen nach Rom, doch ganz sicher alle Wege führen nach Mexiko City, die Zentrale des Landes, wenn man so will. Die gigantische Stadt thront auf über 2000 Meter hoch in den Bergen. Das Zuhause von 22 Milliarden Menschen wird durch das Chaos regiert. Nicht nur der Verkehr, nein auch alles andere folgt in Mexiko City seinen ganz eigenen Regeln und wir mitten drin. Natürlich sind wir wie immer einfach mal darauf los gegangen und mussten uns eingestehen, ein bisschen Recherche über diesen Ort hätte nicht geschadet. Die Fahrt mit der U-Bahn wird zur Überlebens-Challange, die Menschen drängen sich dicht an dicht und quetschen sich in die noch so überfüllten Wagons. Ein Gutes können wir der Sache abgewinnen, umfallen kann hier keiner. Im Stadtkern wuseln die Händler zwischen den Autos herum, reges Treiben herrscht. Irgendwo zwischen Einkaufsstraße und Chinatown stolpern wir etwas unverhofft in eine ziemlich kleine Bar. Ein Tresen aus dunklem Holz mit gefühlten hundert verschiedenen Schnapsflaschen, ein Barceeper wie aus dem Western entsprungen und ein paar Gäste die stumm in ihre Gläser schauen. Ein Mann klärt uns schließlich auf, das hier ist eine 200 Jahre alte Bar die schon seit eh und je DEN Tiquilla serviert. Was genau ist DER Tequila? die Antwort haben wir schneller bekommen als uns lieb ist. Nachmittags um 2 Uhr fangen wir tatsächlich eine Tequillaprobe an. Anders als bei uns in Deutschland ist in Mexiko ein Schott, ein Wasserglas und den Tiquilla trinkt man auch nicht mit Salz und Zitrone sonder mit Tomatensalsa. Der Mann der sich als Besitzer dieser Bar heraus stellt, hat an uns Touris seine Freude und nach Tequilla folgt noch ein Schnaps und noch ein Glas und noch eine andere Flasche… und da ist es passiert ich habe in der Schnapsflasche die berühmte Made entdeckt, ihhh und das haben wir gerade noch getrunken. So „trink fest“ wie ich bin zieht es mir beinahe die Füsse vom Boden weg. Lindsey, José und David haben ihren Spaß, sie vertragen diese Probe eindeutig besser. Als wir aus der Bar kommen blendet uns die Sonne und um wieder zu Kräften zu kommen werden erst einmal Tacos zum Mittagessen verspeist. Wir legten erstaunlich viele Kilometer zurück, bis wir dann in einer riesen Markthalle standen. Mein persönliches Paradies, die überdimensionalen Fruchtstände mit tausend Farben und Gerüchen. Gewürze, Gemüse, jeglichen Krimskrams und nun mein persönlicher Horror… jegliche Teile von Tieren. Ob ganz oder halbiert, lebendig oder tot, Fuß, Kopf, Innerei… man kann alles finden. Kann, muss aber nicht und so machen Lindsey und ich uns schnell aus dem Staub und kommen unverhofft zu einer Wein und Käseprobe. Nach dem Tequilla am Nachmittag nun Rotwein am Abend, wenns Läuft dann Läufts. Das Abendessen ist schnell eingekauft, denn seit 5 Monaten mal wieder ein richtig guter Käse muss sofort gekauft werden.
Am nächsten Tag sind wir besser vorbereitet und fahren direkt in das hippe Künstlerviertel. Wir schlürfen einen frisch gebrühten Kaffee bevor wir das Museum Frida Kahlo besuchen. Was für eine Frau, mit dieser Lebens- und Leidensgeschichte! David findet um die Ecke einen Frisör, schnip schnap die Haare sind schnell ab. Den Tag lassen wir gemütlich ausklingen und schlendern durch die Strassen. Was wir vier nicht ahnen konnten, wir brauchen statt einer Stunde Heimweg glatte vier Stunden, warum der Bus so lange brauchte weiß keiner…. Stau, Unfall oder einfach so, das ist Mexiko City der Knotenpunkt des Landes.


Die Pyramiden von Teotihuacán sind an der Stadtgrenze zu Mexiko City und einfach beeindruckend. Um den Besuchermassen zu entkommen, machen wir uns schon früh morgens auf dem Weg. Von unserem Campingplatz bis zu den Pyramiden sind es nur ein paar Kilometer. Auf dem Weg dort hin, bekommen wir einen neuen Begleiter, vier Pfoten, zottliges Fell und wir taufen hin Bob. Bob folgt uns zu den Pyramiden und weicht auch beim Aufstieg und den morgendlichen Yogaübungen, auf der Spitze der Pyramide, nicht von unserer Seite. Die damalige Metrophole der Aztecen, Teotihuacán wird durch zwei Pyramiden dominiert. Pirámide de Sol (Pyramide der Sonne) und Pirámide de Luna (Pyramide des Mondes). Wer in der Gegend ist, sollte sich einen Spaziergang zwischen den Pyramiden nicht nehmen lassen.


Ein Gedanke zu “Mazatlán bis Mexiko-City

  1. Heidi and I have been following your trip (in your blog) and as we said when we met, we are envious of your trip. It’s great as to all the things and sights you two have been experiencing.
    Great blog as we will continue to follow your trip. We missed you after you left Santicpec. Heidi and Tom

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