Yucatan

Weiße Sandstrände, Palmen, Kokosnüsse und türkis blaues Wasser… ich schwärme von Yucatan der Schatzkiste Mexikos. Nicht das ihr es jetzt falsch versteht, Mexiko hat so viel spannendes und eindrucksvolles zu bieten, wir hatten wirklich eine sehr aufregende Zeit in den anderen Staaten von Mexiko aber eben DAS Mexiko, das der Reisekatalog verspricht ist eindeutig Yucatan. Wir starteten um 6 Uhr morgens und düsten quer durch Champeche und Tabasco. Meine Freude überschlägt sich fast als ich das Schild sehe, auf dem uns mitgeteilt wird, dass wir jetzt in den Staat Yucatan reinfahren. So viel Glück können wir fast nicht haben, in 9 Stunden Autofahrt wurden wir nicht einmal angehalten und kontrolliert. Gerade als ich diesen Gedanken aussprechen wollte, steht unter einer Brücke ein riesen schwarzer Pickup, bei genauerem hinsehen „Policia Federal“ oh nein zu früh gefreut. Selbstverständlich zieht uns die Polizei raus. Roter Bus mit getönten Scheiben und ausländischem Kennzeichen, ja das gefällt den (wie wir gehört haben „korrupten“) Polizisten. Wir müssen aussteigen, Auto öffnen und nach einander durchsuchen vier Polizeibeamte unser Auto. In meinen Gedanken schwirrt nur die ganze Zeit „shit jetzt müssen wir zahlen“ oder „hoffentlich nehmen sie uns die Pässe nicht weg“ herum. Wir verständigen uns mit Händen und Füssen und unseren paar Brocken Spanisch. Es ist nicht so leicht mit Männern zu reden die eine schusssichere Weste tragen und ein Maschinengewehr im Anschlag halten. Besonders an unserem Kulturbeutel haben sie Interesse. Jegliche Crems, Döschen und auch meine Pille muss ausgiebig erklärt und gezeigt werden. Die Polizisten sehen in allem Drogen, so auch in meiner Pille. Nach ein paar mal „no Baby“ und Bauch reiben glaubt er mir irgendwann, dass es wirklich nur eine Antibabypille ist und nichts zum Party machen 😀 Unser Auto wird schließlich uninteressant und wir dürfen alles wieder einräumen. Nun geht es an die Papiere, einen kurzen Augenblick überlegen David und ich die kopierten Reisepässe zu zeigen, das schwenken mit dem Gewehr stimmt uns aber um und wir geben tatsächlich unsere originalen Dokumente raus. Reisepass, Führerschein und die Versicherungsunterlagen fürs Auto, alles nimmt der Beamte mit und kommt erst mal nicht wieder zurück. Ein anderer Polizist fängt an uns auszufragen ob wir Probleme in Mexiko gehabt haben und was wir gemacht haben und ob wir Drogen nehmen and so on… Schließlich sollte ich meine Hände ausstrecken, was ich auch gleich gemacht habe. Blöderweise war ich einfach so aufgeregt, seit 6 Uhr morgens wach und stand schon eine Weile in der prallen Sonne… nun ja ich zitterte wie Ästenlaub. Der Polizist schaut mich an und fragt wieder nach Drogen. David schaut mich an und sagt „Wurzel reiß dich zusammen“, aber das Zittern will nicht aufhören. Unsere Dokumente sind übrigens immer noch nicht zurück. Weiter fällt dem Beamten auf das ich keinen Ring trage. Wir machen ihm klar das wir ein Paar sind aber eben nicht verheiratet. Das kann er dann nicht verstehen, er drängt David mich zu heiraten bevor es zu spät ist. Wir bekommen unsere Reisepässe zurück aber die Dokumente fürs Auto lassen immer noch auf sich warten. Der zweite Polizist kommt wieder dazu und nach weiterem hin und her meinten die beiden wir dürfen fahren, das ist schön nur fehlen uns noch die Autopapiere. Nochmals Minuten vergehen unter den strengen Blicken der Polizisten. David nimmt gedanklich schon das Schmiergeld aus dem Save, als der dritte Polizist dazu kommt und uns die Versicherungsunterlagen zögernd in die Hände drückt. Wir spurten zum Auto, nichts wie weg hier. Unsere erste und auch glücklicherweise letzt Polizeikontrolle. Wir sind im Zickzack quer durch Mexiko und mussten nicht einmal die Polizei schmieren, wir sind begeistert. Den sehr langen und heißen Tag lassen wir in der Cenote Holcá ausklingen.

Nächster Stop ist Chichen Itza die größte und berühmteste Maya Pyramide von Mexiko. Wir wissen, hier ist der Touriansturm groß und so sind wir bereits um 8 Uhr am Eingang. Der astronomische Eintrittspreis dämpft die Stimmung etwas. David immer noch voller Vorfreude, mh ohne ein Kulturbanause zu sein, es ist einfach die 10 Pyramide die wir anschauen was kann da schon so anders sein. Wir betreten das Gelände. Der ganze Platz und die Wege sind voll von fliegenden Händlern. Cheap cheap my frind, best price for you, one Doller blabla von allen Seiten. Die alten Gemäuer sind wirklich schön aber wir sind nicht mal bei der Hälfte als der Besucherstrom uns überrollt. David versucht noch einiger massen gute Fotos zwischen den Touristen durch zu erhaschen aber dann vergeht uns schnell die Lust. Unser heutiger Schlafplatz entpuppt sich als Glückstreffer. Unbewusst haben wir uns den Campingplatz an der coolsten Cenote von ganz Yucatan ausgesucht. Es handelt sich hierbei um die Cenote Suytun neben dem kleinen Ort Valladolid, aber seht selbst…


In Playa del Carmen sind wir für die nächsten Tage erst mal gebunden. Die hintere Feder unseres kleinen fahrbaren Zuhauses war schon lange nicht mehr die Beste aber nach dem doppelten Bruch hing das Auto nur noch einen Finger breit über dem Reifen, so können wir nirgends mehr hinfahren. Dem Himmel sei Dank sind wir noch bis zur Werkstatt gekommen. Die vielen Schwellen, Schlaglöcher und mexikanische Straßenverhältnisse haben ganze Arbeit geleistet. Die Ersatzteile sind in Mexiko nicht aufzutreiben und das bedeutet für uns eine Woche Playa del Carmen und fieberhaftes suchen nach Lösungen. Gut zugegeben es gibt schlimmere Orte an denen wir hätten stranden können. Strand genießen, bummeln, gutes Essen und natürlich einen Fruchtmarkt, so vertrödeln wir unsere Zeit. Nach drei Tagen der erlösende Anruf des Mechanikers, er hat einfach mal eine andere Feder eingebaut. Funktioniert so halb, wir können zumindest vorsichtig fahren bis die Originalfedern aus Germany mitgebracht werden. Hier schon mal Danke im Voraus an die Boten 🙂


Wir sind wieder mobil wouhwouh. Ab gehts nach Tulum und wieder zu einer Maya Pyramide. Diesmal ist es aber etwas anderes, hierbei handelt es sich um die Postkarten Pyramide direkt am Meer. Das türkise Meer mit dem weißen Strand und auf den Klippen die alten Gemäuer umrahmt von Palmen, David und die Kamera verschmelzen.
Nach den beinahe zwei Wochen in der Stadt zieht es uns wieder mehr ins Irgendwo bei Nirgendwo und so landen mein Liebling und ich in einem mini „Dorf“ neben Mahahual im El Paradiso. Jede Menge Kokosnüsse schlürfen und essen, Füsse im Sand vergraben und von links nach rechts drehen, ist alles was wir machen. Es braucht nicht viel um glücklich zu sein.


Viele haben uns den See Bacalar ans Herz gelegt. Als letzter Stop vor der belizianischen Grenze perfekt, letzte Nacht, Zeit um das Auto auf vorderman zu bringen und alle Unterlagen für die Grenze vorzubereiten so war der Plan und naja so wurde der Plan von uns über den Haufen geworfen. Bei dem Wort See, dachte ich immer an eine grüne Pfütze, in diesem Falle an eine große grüne Pfütze. Als wir dann auf der Schaukel sassen, die Beine ins hellblauen Wasser streckten und so unglaublich tiefenentspannt in die Sonne schauten wurde aus einem nützlichen Arbeitstag zwei Genießer-Tage in Wasser-Hängematte, Wasserschaukeln und Steg am See. Hätten wir nicht am nächsten Tag ausreisen müssen, ich denke David und ich würden immer noch Schaukeln.


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