Panama

Ach wie schön ist Panama. Wer kennt die nicht mehr, die kleine Abenteuergeschichte aus der Kindheit. Leider blieben uns in diesem schönen Land nur ein paar Tage, die große Verschiffung stand an.

Kaum sind wir über die Grenze und haben die Bananenfelder hinter uns gelassen, fängt es an zu Regnen. Der Regen ist heftig und hält hartnäckig an. Um an die Pazifikseite Panamas zu gelangen, müssen wir eine Bergkette überqueren und auch dort prasselt der Regen auf das Autodach nieder. Dazu kommt der dichte Nebel und wir denken uns „Ach wie schön ist Panama“. Als wir es endlich über die Berge geschafft haben, blinzelt uns die Sonne entgegen, als wäre sie nie weg gewesen.
Kaum erwähnenswert ist das kleine Dorf Gualaca. Wir sind schon fast durchgedüst, bis wir plötzlich merken, was dieser Ort doch noch zu bieten hat. Ein Fluss der aus den Bergen ins Tal und somit an diesem Dorf vorbei fließt, hat sich über Jahrhunderte lang in die Felsen gefressen und einen Mini-Canyon hinterlassen. Hierher kommen die Einheimischen um sich von der Hitze abzukühlen. Ein kurzer Sprung in den Canyon und plantschen zwischen den Felswänden. Nach einer gefühlten Stunden, habe sogar ich mich getraut von den 4 Meter Fels ins kühle Nass zu springen.

Der Quetzal, ist der Vogel überhaut. Der Vogel, den jeder sehen möchte, der sich aber nur sehr selten zeigt. Der Quetzal macht sehr lustige Laute und ist berühmt für seine langen Schwanzfedern und seine leuchtenden Farben. In dem Bergdorf Boquete, soll es einen Trail geben, bei dem man garantiert einen zu Gesicht bekommt. Also auf nach Boquete, wir wollen diesen tollen Vogel vor die Linse bekommen. Am ersten Tag in den Bergen, oh wen wunderts, regnet es. Und was machen Reisende an Regentagen in der Zivilisation? Jawohl richtig, Wäsche waschen und das wurde dann schnell zum Wäschewaschmarathon inklusive Auto putzen. Am nächsten Morgen weckt uns dann tatsächlich die Sonne, perfekte Voraussetzungen für den Quetzal Trail. Die Wanderung ist sehr schön, sie führt durch den dichten Regenwald. Wir sind ganz hypnotisiert von dem satten grün und den verschiedensten Blumen und Pflanzen. Entdeckt haben wir den stachligen Bambus, den wir noch nie zuvor gesehen hatten. Selbstverständlich musste ich mir gleich mal eine Schramme an den Stacheln holen. David stehts mit der Kamera bewaffnet und den Blick immer in den Baumwipfeln. Das war gar nicht so einfach, ständig nach oben zu sehen, ob irgendwo der wunderschöne Quetzal sitzt. Neben Genickstarre war nämlich der schmale Pfad durch den Regenwald sehr matschig und rutschig. Das Trail-Ende hat eine tolle Aussicht auf das Tal, aber das wars dann auch schon wieder… kein Quetzal und so machen wir uns wieder auf den Weg nach Hause.

Uns bleiben nur noch wenige Tage bis wir unser Auto Verschiffen müssen. Wir düsen also weiter Richtung Panama City. Auf dem Weg war eine Stadt so von meinem Liebling begeistert, dass sie sich glatt nach ihm benannt haben. Kein Witz Leute, nun heißt eine Stadt in der Nähe der Pazifikküste David.

Der Panamakanal ist so ziemlich das berühmteste und beeindruckendste Bauwerk das zwei Ozeane miteinander verbindet. Nur schon alleine die Geschichten und Erzählungen waren immer spannend aber wenn du an dem berühmten Kanal stehst und ein riesen Frachter plötzlich in der eigentlich grünen Landschaft auftaucht, bleibt dir kurz die Spucke weg. Irgendwie unwirklich, wie der große Kahn dort Mitten im Grünen, in einem schmalen Kanal entlang schippert. Was die Menschen damals geleistet haben und mit was sie zu kämpfen hatten ist unvorstellbar. Klingt irgenwie verrückt, „lass uns das Land teilen“ 😀 so sind die Menschen eben. Auch heute noch ist Millimeterarbeit beim Schleusen gefragt.


Weiter gehts in die Millionenstadt Panama City, hier treffen wir uns mit den Jungs. Mit Gringostogo, das sind Jonas, Manuel und Joel aus der Schweiz, wollen wir uns einen Container teilen und zusammen den Sprung nach Kolumbien wagen. Reisen ist reisen und lässt sich eben nicht immer planen und so wird das Verschiffen zum richtigen Hindernislauf. In letzter Sekunde springen noch drei Motorräder aus der USA mit auf, zittern ob alles in den Container passt aber wird schon gut gehen. Nach einen sehr sehr langen Tag der nur aus warten bestand, haben wir es durch die panamesische Auto Inspektion geschafft und so düst die Crew im Konvoi von einem Ozean zum anderen, an den Hafen nach Colon. VW T4, VW T3 und drei Motorräder, was für ein schönes Bild. Das erste Hindernis kommt am Montag Abend auf uns zu. Unser Broker der die Verschiffung mit uns abwickelt, ruft an und teilt uns mit, dass er vergessen hat, das morgen der Zoll gar nicht arbeitet. Na super, fängt ja gut an. Wir dürfen am Dienstag trotz allem unseren Container beladen. Nacheinander werden erst die Bullis und dann die Motorräder eingeladen, verzurrt und See-sicher gemacht. In der prallen Sonne eine schweisstreibende Arbeit. Noch ein letztes Gruppenfoto und ein letzter Blick und dann wird der Container verschlossen und versiegelt. Nun steht am nächsten Morgen nur noch der Zoll an, dann kann der Container verladen werden und viva la columbia 🙂

Zurück in Panama City steht ein Tag voller Sightseeing auf dem Programm, wir haben schließlich nur einen Tag bevor wir in den Flieger steigen und unserem Bus etwas voraus nach Kolumbien fliegen. Verrückt das mitten in der Großstadt Panama, ein Berg und ein Naturschutzgebiet ist. Auf genau diesen Berg spurten wir am Morgen hoch, um die unglaublich tolle Aussicht auf die Skyline der Stadt genießen zu können, bevor dann die Sonne kommt und jeglich Aktivität im Keim erstickt. Wir schlendern durch die Altstadt und an der Hafenpromenade entlang. Auch das Fischessen dürfen sich die Jungs nicht entgehen lassen, nur Joel und ich begnügen uns mit Platano. Das sind gebratene Kochbananen und schmecken im Grunde wie Pommes. Den Abschluss des Tages, verbringen wir in schwindelerregender Höhe auf dem Hard Rock Cafe Tower.


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