Nord Peru

 

 

An unserem ersten Tag in Peru fuhren wir durch atemberaubende Canyons mit wunderschönen grünen Tälern. Die Palmen sehen, vor den steilen Felswenden, irgendwie fehl am Platz aus. Unsere erste Nacht in Peru verbringen wir an einem Fluss. Einheimische Fischen, Baden und Waschen ihre Wäsche. David kommt schnell mit den Fischern ins Gespräch. Diese sind über unseren Besuch mehr als begeistert. Was auch immer David gesagt hat, auf alle Fälle stand plötzlich ein Bauer mit einem riesen Sack Avocados vor unserem Auto. Er kam ein paar Mal wieder und schenkte uns Orangen, Kokosnüsse, Yucawurzeln und jede Menge Papayas. Für Peru waren wir an frischen Lebensmitteln erst einmal versorgt. Abends kamen die Fischer um mit uns nochmals zu plaudern und Pisco zu trinken. Pisco ist ein Schnaps aus Zuckerrohr. Das mit dem Plaudern, war so eine Sache, wir mit wenig Spanisch und die Peruaner mit Null Englisch. Naja mit Händen und Füssen kann man auch lustige Gespräche führen.

Auf den Spuren von unseren Travelbuddys Timo und Sandra, versuchen wir den dritt höchsten Wasserfall der Welt zu finden. Das stellt sich schwieriger heraus als gedacht, denn dieser Wasserfall ist total unberühmt und für die meisten Touristen eher schwer zugänglich. Kilometer lange Schotterpisten bis wir zu einem kleinen Dorf gelangen. Dort müssen wir beim Bürgermeister die Schlüssel für den Zugang zum Wasserfall abholen. Da es mittlerweile schon spät ist, verbringen wir die Nacht oben in den Bergen. Am nächsten Morgen geht’s dann los zum Wasserfall. Die Wanderung ist ein kleiner Abenteuerlauf über Baumstammbrücken und unter anderen Wasserfällen hindurch. Leider fällt uns erst ziemlich spät auf das der Akku der Kamera leer ist. Die totale Katastrophe… auch der Ersatzakku ist leer. Also gibt’s nur ein einziges Bild von unserem Abenteurer beim dritt höchsten Wasserfall der Welt.

Bevor wir uns im Süden mit all den anderen Touristen um Maccu Picchu drängeln, sehen wir uns in Chachapoyas die Kuelap Ruinen an. Diese gelten als die zweit größten Ruinen Perus und sind noch weitestgehend vom Massentourismus befreit. Eine Seilbahn bringt uns früh morgens über eine Schlucht  auf einen Berg. Von hier aus, sind es 10 Minuten Fußmarsch bis zu den Ruinen. Wir sind alleine und genießen die Stille. Die Sonne wirft gerade ihre ersten Strahlen auf die taufrische Wiese und die alten Steine. Ein Holzsteg führt uns zwischen den alten Mauern und runden Häuschen der Inkas hindurch. Jawohl diese Menschen lebten in runden Häusern aus Stein mit Strohdächern und Keller. Selbstverständlich hatte jedes Haus auch einen Platz für die Meerschweinchen, die regelmäßig verzerrt wurden. Aber am aller schönsten an diesem Tag sind die Lamas, die gemütlich über die Ruinen schlendern und hin und wieder Gras naschen. Die Lamas können so herrlich doof schauen.

Vom Norden Perus geht es weiter an die Küste, doch davor müssen wir erst einmal ein paar Berge und Pässe überqueren. Wie stellt ihr euch die Todesstrasse vor? Auf einer Seite steile Felswand hinauf, knappe 1,5 – 2 Meter schmale Schotterstraße und auf der anderen Seite, geht es senkrecht die Felswand hinunter. Hin und her gerissen, zwischen „Oh mein Gott wir stürzen ab“ und „wow was für eine unglaublich einmalige Aussicht und die Berge!“ Im Wechselsturm der Gefühle, fahren wir genau diese Bergpässe rauf und runter. Die Original Todesstrasse ist zwar in Bolivien, aber in Peru gibt es einige mehr davon. Wir waren uns sicher, so eine Straße ist nicht viel befahren, naja sicher waren wir uns genau bis zu dem Zeitpunkt an dem uns ein Lastwagen entgegen gekommen ist. Ein Lastwagen der haargenau auf die Straße gepasst hat, keinen Zentimeter rechts oder links. Horror Szenarium, David muss rückwärtsfahren bis eine Ausbuchtung kommt und der Lastwagen an uns vorbei huscht. Auch keine Seltenheit, wenn bei einer Kurve ein Stück Weg fehlt und dieser einfach mal den Abhang runter gerutscht ist. (Die schlimmen Passagen konnten wir nicht bildlich festhalten, David war beschäftigt auf der Straße zu bleiben und ich versuchte keinen Herzinfarkt zu bekommen) Es wird allmählich dunkel und wir entscheiden uns im Mangotal zu übernachten. Gefühlt tausend Mangobäume stehen in diesem Tal. Rundherum Wüste und Trockenheit, nur am Fluss ist alles grün. Dieses Tal versorgt bestimmt ganz Peru mit Mangos. Am Ende vom Tag sind wir fertig mit den Nerven, haben aber einen wunderschönen Übernachtungsplatz mit einem leuchtenden Sternenzelt. Diese Passstraßen sind nicht nur stark befahren, nein die Einheimischen rasen diese Strecke auch im Dunkeln. So beobachten wir um uns herum die kurvenden Lichter der Autos, Motorrädern und LKWs. Am nächsten Tag trennen uns nur noch 2 Berge vom Küstengebiet.

Die Gegend am Meer hat nicht gerade den Besten Ruf. Zwischen Sand und Autobahn türmt sich der Müll und die meisten Menschen, die hier leben haben nicht viel bis gar nichts. Uns steht wieder einmal ein sehr langer Tag im Auto bevor. Diesmal ist die Aussicht nicht ganz so spektakulär.

Der Nationalpark um Huarez, soll die schönsten Lagunen von ganz Peru haben. Das überprüfen wir selbstverständlich und machen uns wieder in Richtung Bergland auf. Die Straße nach Huarez hat es in sich. Eigentlich eine kleine Sehenswürdigkeit für sich selbst. Früher führte dort nur eine Eisenbahn hin. Die Peruaner haben die Eisenbahn abgeschafft, die Schienen abgebaut und es zur offiziellen Straße erklärt. Wir düsen also mehr oder weniger über staubige und teilweise geteerte Wege, einspurig immer Richtung Berg. Die Strecke schlängelt sich im Tal am Fluss entlang. Hin und wieder gibt es auch Tunnel. Tunnel die einspurig, nicht geteert und ohne Licht sind. Mit Schildern wird man darauf aufmerksam gemacht, vor einem Tunnel oder einer unübersichtlichen Kurve zu hupen. Der ganze Weg ist schließlich einspurig, es kommen keine zwei Fahrzeuge aneinander vorbei.  Also gut, wir machen es auf peruanisch… Augen zu, hupen was das Zeug hält und einfach durch.  Es lohnt sich, denn Lake Parón und Laguna 69 sind wirklich die schönsten Lagunen die wir je gesehen haben. Das leuchtend hellblaue Eiswasser, dass sich um die Berge schmiegt und der Schnee auf den Gipfeln, ist eine unschlagbare Kombi. Nach einer 20 Kilometer Wanderung mit ziemlich vielen Höhenmetern, erreichen wir sogar ein Gletscher mit einem See in dem Eiskappen schwimmen.

Nach all der Natur wartet auf uns eine Weltmetropole, Lima. Über Lima gibt es Songs, Geschichten und Mühten, aber uns gefällt es dort nicht. Lima ist eine riesige Stadt, die dreckig ist und die Abgase lassen dich nicht atmen.

Einige Tage später erkunden wir die Halbinsel Parakas. Die ganze Küste gleicht eher einer Sandwüste, irgendwie habe ich noch nie so eine trockene und staubige Küste gesehen, wie diese hier in Peru. Aber in Parakas gibt es eine kleine Besonderheit. Die Strände sind rot. Sandiges Hinterland, roter Strand und blaues Meer.

Weiter in Richtung Cusco, kommen wir dann so richtig in die Wüste .Plötzlich sind wir umgeben von  100m hohen Sanddünen. Mit dem hatten wir in Peru so gar nicht gerechnet. Wir finden zu einer kleinen Oase und legen uns erst mal unter die Plamen, bevor wir uns ein Sandboard mieten und versuchen die  Dünen runter zu surfen. Sagen wir es mal so, das Snowboarden ist dann doch eher unser Ding J

In Nazcar gibt es die berühmten Linien, von denen jeder begeistert ist, jedoch bis heute ein Rätsel bleibt. Auf gigantisch großen Flächen haben die Inkas Zeichnungen in den Wüstenboden gemacht, die bis heute überlebt haben. Zeichnungen wie Affe, Colibri, Eidechse, Baum, Hand-Frosch… eventuell stammen die Zeichnungen von religiösen Ritualen ab, aber genau weiß man es nicht. Sie sind auf jeden Fall faszinierend. Wir müssen uns mit der Low-Budget-Version zufrieden geben, da uns der Flug über die Wüste zu teuer ist. Doch auch von dem Aussichtsturm, kann man die eine oder andere Zeichnung erkennen.

Der Norden von Peru hat uns besser gefallen als der überlaufene Süden. Die Menschen sind super freundlich und hilfsbereit und die Landschaft hat einiges zu bieten. Alle Reisewütigen die Peru besuchen, sollten sich nicht nur den berühmten Süden ansehen, sondern auch einen Abstecher in den Norden wagen, es lohnt sich. Den Süden wollen wir euch selbstverständlich nicht vorenthalten und folgt in einer Woche.

 


Ein Gedanke zu “Nord Peru

  1. Boah, mit welchen Bauern habt ihr denn da gesporchen?! Bei uns gab es „lediglich“ eine fette Papaya und eine Riesenavocado 😉 Schön zu hören das euch der Süden auch so gut gefallen hat wie uns. Ich kann euch gerne ein Wasserfallbild schicken…hehe! LG aus den USA

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