Peru Süd

Im Süden von Peru angekommen, sind wir auf den Spuren der Inkas. Ein Volk das so viel Faszination auf uns ausübt. Wie haben sie gelebt? Wie konnte ein Volk so fortschrittlich und wissensreich sein, ohne Eisen zu benutzen und ohne die Erfindung des Rads. Und wie konnte so eine Weltmacht untergehen? Und vor allem was hat es mit dem heiligen Berg Machu Picchu auf sich. Eigentlich war der Plan eine 4 tägige Tour auf dem Inka Trail von Mollepata auf den Machu Picchu zu machen. Wir haben uns erkundigt und dann festgestellt, das wir schlicht weg zu alt sind 😀 Zipplining, Mountainbiking und jede Menge Party. Alles ist geboten, nur das Wandern kommt für unseren Geschmack etwas zu kurz und uns sind einfach zu viele Leute zur gleichen Zeit am gleichen Ort. Also beschließen wir unseren eigenen Inka Track zu gestalten. Wir starten, wie auch alle anderen Touren an der Laguna de Humantay. Warum einfach wenn es auch schwer geht? Genau lieber schwer, wir nehmen den ungemütlichen Track zum Gletschersee und entkommen so den Massen. Leider ist das Ziel das gleiche und so müssen wir den traumhaften See mit ein paar anderen Wanderern und Gruppen teilen. Am Start des Trails hätte man theoretisch campen können, so war auch der Plan. Als wir aber morgens mit unserem VW Bus angekommen sind, war die Hölle los. Man kann auch sagen, es herrschte Krieg. So fahren wir nach der Wanderung weiter und suchen uns ein ruhigeres Plätzchen für die Nacht.

Die magische Stadt Cuzco, war einst das pulsierende Herz des riesigen Inka Imperiums. Die Stadt in den Anden liegt auf 3300 Metern und verbindet die alte Tradition mit modernem Leben der Peruaner.  Uns gefallen die kleinen Gässchen, die steil bergauf und ab führen. Über den Dächern kann man die Berge sehen. Ein Campingplatz oben auf dem Stadtberg, ist nach einigen Kurven und falsch gefahrenen Einbahnstraßen unsere Bleibe für die nächsten zwei Nächte. Warum genau dieser Campingplatz? Ganz einfach, er hat heiße Duschen. Wir machen uns morgens auf die Stadt zu besichtigen, außerdem müssen wir uns um die Machu Picchu Tickets kümmern. Wir schlendern also durch die Stadt, schauen uns die Springbrunnen und den großen Park an. Finden dann tatsächlich auch das Büro in dem wir die Tickets kaufen können. Beim Anstehen bemerken wir dann, dass wir doch tatsächlich unsere Ausweise in unserem Bus liegen lassen haben. Zum Kauf von den Tickets für Machu Picchu benötigt man seinen Original Ausweis. Das war uns bekannt und am Abend zuvor haben wir auch noch daran gedacht. Nun ja wer es nicht im Kopf hat, der hat es …. Ja eigentlich in den Beinen. In unserem Fall aber mit dem Taxi, denn diesen Berg zwei Mal zu bezwingen ist uns dann in der Mittagshitze doch zu blöde. Am Ende des Tages haben wir nicht nur unsere sündhaft teuren Tickets für den großen Berg bekommen, nein wir konnten sogar ein paar richtig schöne Erinnerungsstücke wie Pulli, Handschuhe, Stirnband etc. ergattern.

Auf dem Weg nach Santa Theresa kommen wir an Salzterrassen vorbei. An einem Berg haben die Einheimischen lauter kleine Terrassen angelegt. Da der Berg eine Salzader hat, werden die Terrassen mit salzigem Wasser gefüllt und später von der Sonne trocknen lassen. Voilá weißes Salz bleibt übrig. Von Weitem sehen die Terrassen aus, als hätten tausenden von Möwen sie voll geschissen, kommt man aber näher, glitzern die Salzkristalle um die Wette.

Uns und das kleine Santa Theresa, trennen nun nur noch ein 4000 Meter Pass und eine kurvige, einspurige Schotterstraße.  Beides für unseren roten Bus und David als Fahrer kein Problem. Wir wechseln von Nebel und ziemlich kalt auf Sonne und heiß und später als die Nacht einbricht wieder auf kalt.

Der große Tag. Der Tag an dem wir endlich auf den begehrten Machu Picchu steigen. Nach einer sehr kurzen bzw nicht vorhandenen Nacht, holt uns ein Taxi um 2 Uhr morgens ab und fährt uns eine halbe Stunde im Dunkeln nach Hidroelectrica. Dies ist die letzte Station, die mit dem Auto erreichbar ist, ab hier heißt es laufen laufen laufen. Irgendwie dachte ich, wir wären nicht die einzigen, die diese Wanderung morgens um halb 3 machen. Aber auch nach einer Stunde laufen waren wir noch alleine. Stockfinster und ziemlich kalt, laufen wir 10km an den Bahngleisen entlang. Unser Ziel ist der untere Eingang zu Machu Picchu. Dann endlich kommen sie, die Schar von Touris, wir sind nicht mehr alleine. Morgens um halb 5, stehen wir mit ungefähr 300 anderen in der Schlange. Gut waren wir schneller als gedacht und waren einer der Ersten in der Linie. Um 5 Uhr öffnen sich die Tore und es geht 800 Höhenmeter in Form von Treppen steil Bergauf. Eine Stunde und unzählige Stufen später stehen wir nun endlich am Eingang zu den berühmten Ruinen von Machu Piccuh. Es sieht wirklich so aus wie auf den Postkarten und den Plakaten. Irgendwie unwirklich… wir sind tatsächlich da und erkunden die Umgebung. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, also schaut euch die Bilder an und staunet. An diesem Tag sind wir insgesamt 30 km gelaufen und haben eins der 7 Weltwunder bestaunen dürfen.

Die Inkas haben ihren Weg durch die Anden gebahnt und dabei einige Hindernisse überwinden müssen. Bekannt ist das dieses Volk so absolut keine Höhenangst hatte und die waghalsigsten Pfade an steilen Felswänden hatte. Auch so waghalsig ist die Inkabrücke aus Stroh. Die überspannt einen wunderschönen Fluss , weiter in Richtung der bolivianischer Grenze. Es ist eine Hängebrücke, welche jedes Jahr in einem großen Fest neu geflochten wird. Außer die Brücke zu testen, könnte David sich noch eine bisschen beim Fliegenfischen austoben.

Weiter auf unserem Plan stehen die Rainbow Mountains. Berge die gelb, grün und rot gestreift sind. Auch hier starten wir nach einer eisigen Nacht, auf 4.800 Höhenmetern, um 6 Uhr morgens unseren Hike zu den Rainbow Mountains. Die ersten Tourbusse kommen um 7, wir haben die Berge also fast für uns alleine. Die Berge färben sich tatsächlich gelb und rot und manchmal auch grün.  Der Rainbow Mountain macht seinem Namen alle Ehre und strahlt uns in den verschiedenen Farben an. Weiter geht es ein paar Kilometer an den Berghängen entlang, bis David und ich uns plötzlich in einem Tal wiederfinden, wo grüne Pflanzen auf leuchtend rotem Sand und Gestein wachsen. Ein sehr cooles Farbenspiel hat die Natur hier geschaffen. Auf dem Rückweg kommen uns die Scharen von Touristen entgegen. Auf dem Parkplatz stehen mindestens 50 Busse und es kommen immer mehr an. Eine richtige Völkerwanderung die Berge hinauf.

Wir hatten schon Angst die einzigen zu sein, die die Panamericana fahren ohne einen Platten zu haben. Aber dann kam die Erlösung… nach ziemlich genau 50.000 Kilometer kam er dann, der ersehnte Platten.

Puno ist eine kleine Stadt am Titicaca See.  Der See liegt auf 3808 Höhenmetern und ist berühmt für seine Schilfinseln, die zum Teil noch bewohnt werden. David und ich schließen uns einer Tour auf die Inseln an. Die Inseln sind sehr schön und die Geschichte dieser Menschen hier ist faszinierend aber leider gleicht diese Tour eher einer Verkaufsshow. Wir kommen auf der Schilfinsel an, die ersten Schritte sind eher noch etwas wackelig. Uns wird 5 Minuten die Konstruktion und die Entstehung der Inseln erklärt, auf Fragen geht der Guide so überhaupt nicht ein, er schreitet gleich weiter um die Souvenirs anzupreisen. Die Gruppe muss sich nun eine halbe Stunde den Vortrag über Souvenirs anhören, dann sollte gekauft werden. Wir schauen uns den Sonnenuntergang an und laufen auf der Miniinsel rum. Ein wenig später, werden wir aufgefordert in ein Schilfboot zu besteigen und nochmals dafür zu bezahlen, dies sieht aber keiner der Besucher ein. Daraufhin werden die Guides und die Inselbewohner böse und haben plötzlich keine  Lust mehr irgendetwas zu erklären oder zu zeigen. Sie verfrachten uns wieder in unser Boot und wir fahren zur nächsten Insel. Mittlerweile ist es schon Dunkel und bitterkalt. Auch auf der Insel sollen wir kaufen und auch hier wollen wir nichts kaufen. Mit einer ziemlich angespannten Stimmung fahren wir wieder zurück an den Hafen. Fazit: die Schilfinseln können sicherlich interessant sein, aber die Touren sind reine Massenabfertigung und wir würden sie niemanden empfehlen.

Und hier noch unsere Lieblings – Alpakas zum Abschluss!


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