Argentinien

und ein kleiner Abstecher nach Brasilien

Mendoza ist ein wunderschönes Weingebiet. Nicht die Reben und die Alleen mit den alten Bäumen machen es so besonders, vielmehr besticht die gewaltige Bergkette am Horizont. In Argentinien ist Winter und auch hier wird es bitterkalt. Der blaue Himmel und die strahlende Sonne locken uns dennoch raus. Sebi, David und ich schnappen uns die Radel und erkunden die Umgebung. Wir düsen durch die herbstlichen Alleen und durch die nackten Reben. Bei einer kleinen Farm machen wir halt. Hier wird mit viel Liebe und Handarbeit Pesto, Dips, Soßen und Marmelade hergestellt. Selbstverständlich probieren wir jede Einzelne und kaufen auch kräftig ein. Der Nachbar, ein Olivenbauer, ist gerade am Oliven pflücken und auslesen. Wie praktisch, er gibt uns eine kleine Führung und geht mit uns im Schlepptau zwischen den alten Olivenbäumen spazieren. Eine kleine Verköstigung am Schluss und auch hier können wir nicht ohne Öl und eingemachten Oliven gehen. Voll bepackt mit Leckereien radeln wir weiter in der Nachbarschaft umher. Zu guter Letzt noch ein Besuch mit Weinprobe auf einem Weingut. Der Wein hat uns dreien nicht besonders geschmeckt und so treten wir leicht beschwipst den Heimweg an. Abends gibt es Pasta mit der super leckeren Pesto von der Farm. So lässt es sich ganz gut Leben J

Die Tage mit Sebi sind wie im Flug vergangen und so müssen wir ihn auch schon wieder Verabschieden.

David und ich wollen wieder etwas hoch in Richtung Norden, der Süden ist einfach zu kalt. Die Nordschleife führt uns nach Salta und von dort aus bis zu den berühmten Iguazu Fällen an die brasilianische Grenze. Argentinien ist groß, es warten etliche Kilometer auf uns.

Der Nationalpark Ischigualasto ist der erste Stopp. Hier fängt die Wüste an. Der Nationalpark ist unglaublich vielseitig und doch scheint alles gleich und vor allem sandig zu sein. Wir dürfen mit unserem Van in den Park fahren. Wir werden geführt von einem Ranger auf einem Quat. Die Landschaft wechselt von rotem Sand zu einer hügeligen Mondlandschaft in lila, grün und gelb. Ein paar Kilometer weiter finden wir uns in einer weiß grauen, sandigen Umgebung wieder. Hier gibt es perfekt kugelrunde Steine, Steine wie Tennisbälle oder Bowlingkugeln. Fünf Minuten weiter stehen wir vor einer 100 Meter hohen Felswand und der Park hat noch mehr zu bieten. In Ischigualasto wurden etliche Skelette von Dinosauriern gefunden… verrückt wie unterschiedlich ein Ort sein kann. Als wir aus dem Nationalpark raus fahren, sehen wir an den roten steilen Felswänden Kondore, die größten fliegenden Vögel der Welt. Wir übernachten irgendwo in der Wüste und lernen am nächsten Morgen die riesigen Hasen dieser Gegend kennen. Sie sehen sehr lustig aus, wie eine Mischung aus Hase, Reh und Känguru.

Nach einer sehr langen Strecke durch die Wüste, erreichen wir Cafayata. Ein kleines Städtchen mit den besten Empenadas aus Argentinien. Zusammen mit unserem Campingnachbar, Dragon aus Australien sehen wir uns das Fußballspiel an. Puh das war knapp mit dem Sieg. Wir verweilen nicht lange in diesem Ort, denn die berühmte Routa 68 wartet auf uns. Sie gilt als die schönste Straße in Argentinien und verbindet Cafayata mit Salta. Uns wurde nicht zu viel versprochen, alle paar Kilometer gibt es Neues zu bestaunen. Das Gebirge ist kunterbunt und mancher Ausblick erinnert an „Ein Land vor unserer Zeit“, würden hier gleich paar Dinos vorbei laufen, würde es nicht sehr komisch sein.

Von Salta aus geht es 1800 Kilometer quer durchs Land in Richtung brasilianischer Grenze. Wir konnten uns über die Straßenverhältnisse ausnahmsweise überhaupt nicht beschweren, abgesehen von 100 Kilometern. Ja diese 100 Kilometer hatten es wirklich in sich und wir haben einen halben Tag für diese kleine Strecke gebraucht. Dieser Streckenabschnitt war übersät von Schlaglöchern. Eigentlich waren es mehr Löcher als Straße. Jede Gravelroad war besser als das. Die Schlaglöcher waren tief und riesig. David schlängelte sich so gut es ging hindurch und auch der Gegenverkehr ist uns in Schlangenlinien entgegen gekommen. Das ganze wär nur halb so schlimm, wären da nicht auch noch die ständigen Polizeikontrollen gewesen, an denen wir uns von den Polizisten wegen dem frühzeitigen WM-Aus von Deutschland auslachen lassen mussten. Nach drei langen Tagen im Auto haben wir es aber geschafft. Welcome to the jungel. Hier Oben im Norden Argentiniens ist es tropisch und angenehm warm.

Die Iguazu Fälle sind atemberaubend. David war anfangs eher skeptisch, wir hatten schon so viele Wasserfälle gesehen und irgendwann war der größte, breiteste, schönste, tollste, höchste Wasserfall eben auch nur ein Wasserfall. Die Iguazu Falls stellen aber alles bisher in den Schatten.

Hier im Norden soll unser rotes Zuhause an den neuen Besitzer übergeben werden. Wir haben eine Woche Zeit unsere 7 Sachen… nein ehrlich gesagt unsere 7000 Sachen in zwei Taschen und einen Trolli zu packen und uns von unserem Baby zu verabschieden. Eine Woche verbringen wir hier in dem kleinen Dörfchen Porto Iguazu, umgeben von Brasilien und Paraguay. Ein paar Tage um unser Reisetempo zu entschleunigen und wehmütig aber überglücklich über die vergangenen 14 Monate zu schwärmen.

Der Tag der Tage, nun ist es soweit. Es heißt Abschied nehmen von unserem Van. In einer Mission Impossible tauschen wir die Autoschilder und reisen nach Brasilien ein. Uns bleibt genau ein Tag, bevor unser Flieger nach Buenos Aires geht. An diesem einen Tag in Brasilien, besuchen wir das weltweit größte Wasserkraftwerk Itaipu.

 

Wie schnell die Zeit doch vergangen ist. Es kommt uns vor, erst letzte Woche unseren roten Bus vom Hafen in Kanada abgeholt zu haben. In den 60.000 zurückgelegten Kilometern haben wir so unglaublich vieles erlebt und gelernt. Unzählige wunderschöne Tage gelebt, aber auch harte Zeiten durchgemacht. Tolle Menschen kennengelernt, 18 unterschiedliche Länder bereist und 18 Grenzübergänge gemeistert. Etwas Spanisch aufgeschnappt und die verschiedenen Kulturen erlebt. Wir haben uns gegenseitig neu kennengelernt und uns nochmals verliebt. Wir danken euch vielmals, dass ihr unser kleines großes Abenteuer verfolgt habt, für die lieben Zusprüche und hoffen wir konnten den ein oder anderen für ein ähnliches Abenteuer begeistern. Wir freuen uns auf Zuhause und den Kulturschock Germany. So nun Schluss mit dem Gesäusel wir haben schließlich Buenos Aires zu erkunden und in ein paar Tagen den Flieger in die Heimat zu erwischen.

 


2 Gedanken zu “Argentinien

  1. Wow!!!, what a great trip. After following you two on the site we feel we have missed out on a lot of travel. We are glad to have been apart of your trip in Mexico. We are planning to see you at home in Germany. Thank you for share your journey. Tom And Heidi.

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